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Musik

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Alles Neu macht der März [2020 Corona Edition]

Es ist wieder mal Zeit neu zu investieren oder sich von überflüssigen zu trennen.

Hier gebe ich gerne auch Rat an Leute die selbst Musik produzieren, gerade damit anfangen möchte oder selbst etwas in ihrer Library versumpfen. Gerade ist „Corona“. In den Nachrichten spült es mir immer wieder News an wo Leute sich langweilen oder was Leute gegen Langeweile tun können. Kann ich von mir nicht sagen mich zu langweilen, denn Home Office ist für mich der Gral und das goldene Vlies.

In dieser ganzen #Corona Zeit jetzt bin ich überrascht, dass einige Firmen innerhalb von Stunden auf Support Anfragen reagieren und andere (größere / namhaftere) Buden können nicht mal pro Woche eine Antwort raus klimpern.

Ich nutze die Zeit meine komplette Library zu analysieren und alten Kram einfach mal zu entsorgen. Dazu gehören beispielsweise 25 GB Samples die auf der Platte liegen und die mir keine Ideen oder Impulse geben daraus einen Track zu bauen.

Ich habe viele dieser Samples angesammelt z.B. von Sony Acid 3 (aus dem Jahre 2001 rum) oder aus Heft Abos, wo gerne Goodies beiliegen von großen Sample Pack Producer wie Loopmasters, Black Octopus, Prime Loops, Big Fish, Best Service, Ueberschall oder Zero-G und wie sie nicht alle heißen. Zugegeben wenn man ein Studio betreibt und vermietet und ein ansehnliche Library anbieten will, löblich wenn man „Alles“ hat. Ob man da dann aber selbst durchblickt wage ich zu bezweifeln. Ich habe das mit dem ADSR Sample Manager versucht und es hat mir dennoch nicht so die versprochene Übersicht gebracht.

Für Leute, die gerade anfangen in Musikproduktion einzusteigen, gibt es Unmengen an Material als Freeware und selbst wenn man Sample-Packs kauft gibt es diverse Sachen, die einerseits geil sind aber auch Unmengen mit dem man erst mal nix anfangen kann. Von daher gibt es unterschiedliche Möglichkeiten wie man damit umgeht.

Mein Kollege ist von der Fraktion „was ich habe gebe ich nicht mehr her“. Das geht so lange gut bis man selbst nicht mehr den Durchblick hat. Ich verfolge den „Simplify your Life“ Weg d. h. ich setze mich regelmäßig mit meinem Besitz auseinander und selektiere dann was ich wirklich noch brauche oder was weg kann.

Zuletzt habe ich versucht Klänge von einem Synthesizer nachzubauen…

was aber nicht so gut gelungen ist. Deshalb behalte ich den Synthi jetzt. Es gibt bei einigen Synthesizern einfach Funktionen und Schaltungen die das Gerät etwas einzigartig machen und weshalb sie eben nicht unbedingt kostenlos sind. Wer sich mit Sounddesign richtig gut auskennt und die Energie hat für den ist das sicher eine Aufgabe die er gerne annimmt.

Ich benutze auch lieber ein Gerät (VST) mehr als einen Sample Ordner von 500 MB wo ich dann aber mit der Hälfte schon nix anzufangen weis. An einen Synthi kann man den Sound noch selbst verändern. Bei Samples über den Sampler nur über eine Effekt Kette verändern. Da die Menschen unterschiedlich sind und verschiedene Vorlieben haben kann jeder selbst entscheiden was er lieber hat. Ich trenne mich dann lieber von Samples.

Mein Tipp für Anfänger ist da eher auch zu überlegen was für den eigenen Sound und Style wirklich von Vorteil ist und eher nicht wahllos alles zu sammeln. Das schlimme ist dass man bei Promo Sound Demos viel geiles Zeug hört aber wenn man die Library dann gekauft hat ist auch viel Ramsch dabei. Irgendwann ist man selbst nur noch gefrustet beim durch hören weil es einen selbst nicht flasht und man keine Idee hat daraus was zu machen. Einigermaßen wichtig ist nur wenn man Samples verwendet hat: sind diese wirklich Royalty Free und von welcher Library sind sie gewesen?!

Ich für meinen Teil habe dieses Jahr die Produktlinie von Sugar Bytes und Output komplettiert.

Von Sugar Bytes sind nun der Drumcomputer, Unique, Guitarist und die Effekte Looperator und Effektrix noch meiner Geräte Liste hinzugekommen und komplettieren nun die komplette Liste der angebotenen Software Geräte. Gleichzeitig konnte ich Sugar Bytes helfen Fehler in Unique und Obscurium zu analysieren und zu beheben.

Von Output bin ich dummer Weise an einer Rabatt Aktion bei Native Instruments vorbei geschlittert aber hier habe ich dann einfach den Upgrade Bundle Preis bei Output direkt mitgenommen und konnte Rev, Substance, Analog Brass and Wind sowie die Analog Strings und die kompletten Erweiterungen zu den Geräten einsacken. War viel Geld aber bringt meinen Sound und Style auch ein Stück weiter.

Meine neue EP steht in den Startlöchern und es wird Zeit meine Energie in Neues zu investieren.

Und bei der ganzen Neu Aufstellung darf man nicht vergessen seine Backup Software zu erneuern. Nichts ist schlimmer wenn man etwas arbeiten will und der Computer zickt =0) Regelmäßiges Backup ist das A und O


Seit Magix 2016 die Sony Media Tools Vegas, Soundforge und Acid gekauft hat ist diese Sound Library irgendwie nicht mehr dabei. Dafür ist sie bei Archive.org zu finden und mMn einen Tipp wert. Diverse Sounds zur Nachvertonung von Clips, Video Kompositionen oder Animationen. Royalty Free!

OZ-Soft Genesis Pro Software Synthesizer von Ummet Ozcan

Es ist schon eine Weile her, da las ich über diesen Synth einen Teaser auf Beat.de. Nun ist er verfügbar!

Es hakelte etwas an dem Passwort Reset – Ich habe den Bestell-Prozess aber gemeistert und bin nun stolzer Besitzer dieser geilen Soundmaschine!

Was mich etwas verwundert: es ist ein 32bit Plugin welches ich mit jBridge in mein 64bit Ableton Live konvertieren muss. Im Jahre 2020 bringt einer also ein Windows 32bit Only Plugin raus und auch weder MAC oder Linux Version. Es soll eine 64bit version geben (In meinem Installer nicht) der ist aber auch nur eine 32bit version die jBridge aber schon inkludiert. So lange das funktioniert ist mir das egal aber rein technisch war ich grade etwas verwundert.

Genesis Pro läuft sehr Ressourcen schonend bei <10-20% CPU Last und macht einen sehr guten Job. Die Presets sind allesamt Dancelastig mit Cinematic Touch. Sogar Gitarren und Piano Sounds sind dabei und die sind amtlich! Insgesamt sind 128 Presets verfügbar – die Installation benötigt 1GB Speicher auf der Platte/SSD.

Da ich ReFX Nexus selbst nicht nutze kann ich da nicht viel vergleichen. Sound-Technisch ist der Genesis Pro aber empfehlenswert und er kostet nur etwas mehr als 1€. Der Nexus ist um einiges Teurer! Er lebt aber auch von Expansion Packs die alle Einzeln gut Geld kosten! Da geht der Spaß bei 250€ los und das ALL INCL-Pack kommt 3839€  (nein ich habe da kein Komma vergessen!!!)

Was mich sehr fasziniert ist die Einfachheit, mit der man selbst einen neuen Sound kreieren kann. Es gibt nicht nur die Möglichkeit, bei den Klangerzeugung Oszilatoren, Filter usw. anzufangen, sondern 2 einfache „X-Gen“ Menüs um Sounds nach Charakter und Parameter wie Hüllkurven und FX per Randomizer zu formen. Hier hat man innerhalb von Sekunden einen Grundklang erzeugt, den man weiter ausbauen kann.

Ein paar lustige Gimmicks sind ebenfalls verbaut. So kann man das Aussehen durch Eingabe von „picasso mode“ verändern und abspeichern. Ebenfalls ein zweites Plugin „Genesis Pro Dynamic Link“ mit dem man jede Soundquelle zum Antriggern des Genesis Pro verwenden kann. Hier muss ich aber noch einen tiefen Blick ins Handbuch werfen denn das hab ich noch nicht auf die Schnelle verstanden ^^

Insgesamt ist Genesis Pro ein absoluter Preis Leistungs Hammer den ich gerne weiter empfehle!


Hier ein kleiner Leitfaden zu den Versteckten Funktionen:
im Center-Menüfenster
Main->Menu->Single Mode
..auswählen und folgende „Befehle“ eingeben
picasso mode – Individuelles Design auswählen oder kreieren
default – Zurück zum Standard Design
guide me – Animierte Erklärung der Synth Oberfläche / Sektionen
press start – Retro Design
lost in space – Space Design
academy mode – Tutorials ( Funktionierte bei mir leider nicht )

Assorted Music Collection 01

Als ich letztens meinen Musiker Kollegen in München besuchte und wir wieder mal so im Gespräch waren, holte der plötzlich eine Viereckige Box aus dem Schrank. Auf den ersten Blick dachte ich mir „Oh eine richtig Edle Pralinenschachtel“ und als ich die in die Hand gedrückt bekam dachte ich „Mensch das muss aber echt schwere Schokolade sein“. ^^

Nö – Keine Schokolade aber dafür echt Tolle Platten und da steht auch sein Künstlername mit drauf!!!

Als ich wieder zu hause war musste ich da natürlich gleich mal danach suchen. Die Assorted Music Collection 01 ist eine auf 250 Stück limitierte 6 Platten Box mit 2 Slipmates. Und weil ich so extrem Neidisch war wollte ich auch eine ^^ Nein Quatsch ich freue mich, dass ein Remix eines Freundes und Musiker Kollegen auf so eine Hochwertige Kompilation kommt.

Als das Set nun bei mir ankam wurde es natürlich angehört und auch digitalisiert. Die Tracks sind wirklich Erstklassig gemastert, alle in einer einheitlichen Lautstärke, da musste ich nicht viel nach der Aufnahme machen. Da sie quasi Frisch aus der Presse waren kein Knacken und Knistern – herrlich. Und auch die Trackauswahl finde ich sehr gelungen. Ein wirklich tolles Spektrum. Auch Mister Flat Eric ist begeistert ^^


Pro Tipps zum Vinyl digitalisieren

Native Instruments Komplete Kontrol – Free

Heute kommt eine Mail rein: „Vielen Dank für den Kauf oder die Registrierung deines neuen Produktes….DEINE PRODUKTE: KOMPLETE START – Blocks Base“ ich so: Häh ich hab doch garnix gekauft???

Aber hey – das ist was Gutes ^^ Native Instruments hat seine Produktpalette erneuert und dazu gehört das neue Native Instruments Komplete Kontrol! Es wird als Freeware angeboten und bringt mehr mit als man sonst von Freeware erwartet:

  • Mehr als 2.000 erstklassige Sounds für Produktion und Performance
  • 15 hochwertige Synths und Instrumente, dazu Effekte, Loops und Samples
  • Mit KOMPLETE KONTROL kannst du alle Sounds in deiner DAW browsen, vorhören und spielen…

Insgesamt bekommt man also erstmal ein Dickes Paket. Und wie ich jetzt testen konnte funktioniert das richtig toll. Es erinnert mich an die KORE Produkte – da hatte man am Interface komplette Zugriffe auf die ganze Library. Aber Komplete Kontrol funktioniert hier noch etwas besser denn es scannt alle VST ebenfalls nach kompatiblen Patches ab und man kann sogar Sample / Kontakt Libraries einbinden. Ich habe u.a. Sample Libraries die ebenfalls ein Kontakt-Instrument beigefügt haben. Diese kann Komplete Kontrol nun laden. Ebenfalls ist die Integration solcher „unlizenzierten“ Libraries in Kontakt wesentlich verbessert worden – Also Libraries die nicht in der Liste vom Kontakt-Player angezeigt werden.

Was sofort auffällt, Komplete Kontrol kann Samples sofort laden und spielen. Das ist zwar nur ein rudimentärer Sampler aber das ist erstmal eine tolle Entwicklung wenn man überlegt dass der KONTAKT Sampler als Vollversion ja 399€ kostet. Der Kontakt Player gibt einem ja nur zeitlich limitiert die Möglichkeit seinen Umfang zu nutzen. Es gibt einem nun eine gute Kontrolle über eine Sample Library und Sounds, denn man kann auch nach Keywords entsprechend Sounds und Klänge suchen, das Gerät wird geöffnet und man kann es spielen. So findet man ziemlich einfach und schnell passende Sounds.

Bei der Gelegenheit habe ich natürlich die komplette Instrumenten Palette erneuert. Macht etwas Arbeit aber genauso findet man auch einige Fehler im System und kann diese beheben. Man trennt sich manchmal ungern von Geräten aber wenn sie nicht mehr sauber laufen oder nur Fehler produzieren wirds Zeit ADIEU zu sagen.

Zum einen musste ich Firebird 2 von Tone2 entfernen. Ein wirklich traumhafter Bassline Synth mit potential.
Der Zweite AutoGun von Imageline. Das Freeware Gerät besitzt die ungeheure Preset-Library von „4.294.967.296 amazing presets to explore“. Beide sind nun leider irgendwie sehr instabil mit dem ganzen x64 Host Unterbau und so schmiert mir der Ableton Live 10 schon mal ab. Darauf hab ich einfach keine Lust mehr und angesichts meiner Instrumente und Samples die hier sonst noch rumliegen kann ich auf die Geräte verzichten. Auch nicht zuletzt weil die NI-Geräte einfach einen Genialen Sound haben und sehr viel Möglichkeiten bieten.

Danke Native Instruments – ich bin wieder mal schwer begeistert!!!

Pro Tipps zum Vinyl digitalisieren

Ihr kennt das: Ihr kauft eine Plattenkiste und möchtet die Scheiben digitalisieren. Ihr kennt die Scheiben womöglich noch gar nicht wisst auch nicht wie oft sie bereits gelaufen sind. Naja das merkt ihr spätestens beim „Machen“ ^^

Aber mal grundsätzlich eine Vorgehensweise wie man seine analogen Schätze gut digitalisiert.

Ich braucht: einen PC, eine Aufnahmesoftware, ein Audio-Interface, Kabel und natürlich einen Plattenspieler.

Das Setup sollte klar sein. Plattenspieler entweder über Vorverstärker (Line) oder Phono mit dem Audiointerface verbinden, möglichst so, dass wenig Grundrauschen entsteht. Viele neue Plattenspieler haben bereits einen Umschalter und den Verstärker schon integriert – Ihr merkt den Unterschied wenn ihr im Leerlauf des Plattenspielers die Aufnahme startet und euch den Grundpegel anschaut – erfahrungsgemäß ist Line besser. Welche Aufnahme Software ihr nutzt ist quasi egal – jede hat Vor- und Nachteile (hauptsächlich im Workflow und der Effekte) aber auch Freeware wie Audacity muss sich nicht verstecken.

Als nächstes solltet ihr Euer Aufnahmesystem etwas kalibrieren. Wie ihr merken werdet sind alle Platten unterschiedlich auch wenn es Richtlinien und Normen gibt wie die Platten gemastert werden. Wichtig ist hier einen guten Mittelwert zu finden damit die Pegel gut kommen aber es nicht übersteuert. Ihr müsst hier den Spagat zwischen eurem Audiointerface und der Aufnahmesoftware hin bekommen. Beim Platten samplen sollte man nie hart aussteuern sondern besser -6db Headroom lassen egal was die Anzeige da am Audio Interface anzeigt. Wichtig ist was die Software anzeigt und wo da die Pegel sind. Bevor man anfängt jede Platte nachzupegeln nimmt man besser mit einem Guten Mittelwert und etwas Headroom auf.

Ich für meinen Teil möchte gerne den analogen Klang der Platte so unverfälscht wie möglich haben – deshalb lasse ich die Finger von EQs. Meine Pegel hoppsen bei -9 bis -3db rum obwohl da manchmal auch schon eine Vinyl-Seite komplett an der 0db kratzt – wenn man das merkt regelt man besser etwas runter – nichts ist nerviger als eine übersteuerte Aufnahme. Die Anzeige am VMS4 hat einen 10db Headroom und Pegelt bei +7 im Roten Bereich rum – naja wie gesagt das digitale ist ausschlaggebend. Lasst euch nicht von Knacksern verunsichern – So ein Crackle kann schon mal komplett übersteuern – da könnt ihr aber auch mit dem besten Werkzeug nix zaubern der Fehler ist auf der Platte. Es gibt diverse Werkzeuge um Knackser zu entfernen aber immer etwas zu lasten des Audiosignals. Interessierte lesen bitte HIER. Auch hier sollte man sich im klaren sein: Einen Knackser oder sogar eine Stelle wo die Nadel springt kann man nicht auf der Platte reparieren – man kann versuchen das Auflagegewicht der Nadel etwas zu erhöhen – das wars auch schon. Je nachdem wie oft die Platte schon gelaufen ist und wo sie gelaufen ist gehört das einfach zu „Alterung“ des Mediums – aber deshalb lieben wir Vinyl ja auch! So etwas konserviert man mit einem Achselzucken einfach mit ¯\_(ツ)_/¯

Hat man so sein Setup abgestimmt geht es ans Vinyl. Ich las letztens einen Beitrag wie man Vinyl am Besten pflegt ^^ Okay mal im Ernst: Hat sich das irgendwann geändert? Antistatik-Bürste oder Tuch und einen Pinsel für die Nadel. Wir gehen hier mal von einer Plattenkiste aus die man nicht kennt. Ich halte nix von einer „Plattenwaschmaschine“ – das ist rausgeschmissenes Geld. Genauso kann man sich das Geld für spezielles Reinigungsmittel sparen.
Ich mach das Oldscool: Eimer, Fit, handwarmes Wasser, einen weichen Putz/ Abwaschlappen ein sauberes Baumwoll Abtrocken Handtuch (ohne Semmelkrümel oder Fett ^^)

Wir wollen den Analogen Sound möglichst ohne Knistern – was macht knistern… richtig Staub. Also waschen wir mit Fit Wasser die Plattenrillen sauber damit sich auch jahrelang angesammelter Staub löst. Den nassen Lappen leicht aus wringen damit es nicht so klitsch-nass wird und vor allem das Label in der Mitte braucht nicht unbedingt nass werden. 3-4 mal pro Seite rund abwischen und dann mit dem Abtrocken Tuch ebenfalls in runden Bewegungen trocknen… Auflegen – Los gehts. Und ihr werdet Staunen wie schnell in dem Wasser der Schmutz zunimmt.

Beim Nachbearbeiten streiten sich die Geister. Ich hatte mit so einem Audio Restaurations Lab von Magix meine Platten als erstes 2008 aufgenommen – gesampelt dann Rauschen und Knackser entfernt – Das Ergebnis hat mich eine Zeit befriedigt aber nun mache ich mir die Arbeit nochmal und gehe anders vor. Beim A-B Vergleich meiner alten Aufnahmen ist eindeutig weniger Rauschen da. Aber eben auch weniger Höhen Brillianz. Denn Rauschen ist eine hochfrequente Welle, bei der gefiltert auch einige Hohe Frequenzen des Audio Signals abgesenkt werden. Da kann man zwar mit EQ dann gegenwirken aber ich möchte jetzt wie gesagt lieber den puren Analogen Klang der Platte mit allen Knacksern und eben dem typischen Rauschen konservieren.

Die Hersteller werben ja mit bestimmten Tools die die Aufnahmen „verbessern“ sollen. Man muss sich aber nur Überlegen: Das Signal auf der Platte ist bereits gemastert. Man sollte hier wirklich überlegen ob ein Master-Plugin oder EQ wirklich eine Verbesserung ist oder man nicht besser Augenmerk auf das bestmögliche Abtasten / Aufnehmen legen sollte. Ein hochwertiges Abtastsystem kann hier mehr bewirken als Digitale Zauberei.

Einzig sinnvoll ist mMn hier im Nachgang das Normalisieren auf 98% Pegelintensität – das zieht leider auch das Rauschen etwas auf aber damit ist das Signal voll digital ausgepegelt. Hier sollte man gern auch mal die Pegel vergleichen ( rückgängig ) – Durch Knackser kann es passieren das der Pegel eher abfällt als aufgefüllt wird. Dann sollte man lieber das original lassen.

Zu letzt noch ein Wort des Formats: Ganz Audiophile legen wert auf höchstmögliche Qualität – kann man machen ist aber bei mancher Musik einfach Quatsch. Natürlich kann man Aphex Twin auch mit 196 khz FLAC genießen – aber Speicherplatz ist eben irgendwann voll.


Bildquelle

Ich hatte die Aufnahmen 2008 mit 44Khz 16 bit gemacht und als MP3 mit 160kbs abgespeichert (~7MB pro Track) – einfach aus Economischen Gründen da die Platte bald platzte. Heute sieht das nicht anders aus aber die Größenordnungen sind etwas anders. Ich habe jetzt MP3 mit 320kbs als Standard und nehme mit 48Khz 16 bit auf, was DVD Soundstandard entspricht. Das ist ausreichend – besser wird eine Vinyl auch mit 196Khz nicht klingen schon alleine weil das System am Plattenspieler nominalen Frequenzgang von 20-22000 Hz besitzt.

Aber mag jeder experimentieren – mir geht es heute nur darum aufzuzeigen, dass man sich nicht von Digitalen Zauberwerkzeugen blenden lassen soll!

Kurz noch was zu verwellten Platten. Das ist an sich kein Problem – nur selten hört man durch die physische Verformung auch ein leiern oder es springt die Nadel. Es ist nur unschön wenn das System so hibbelt wie ich wenn ich auf Post warte.

Abhilfe: Vinyl bügeln nennt man das. Im Baumarkt 2 große Fliesen holen (mind. 30x30cm) – im Ofen auf 50 grad erhitzen (nicht Wärmer!!!) – herausnehmen – Das Vinyl in der Papierhülle zwischen die Fliesen mit der glatten Seite jeweils oben und unten und abkühlen lassen (1-3 Stunden)

Risse sind dagegen nicht reparabel. Hier springt zwangsläufig die Nadel und im schlimmsten Fall zerstört euch das die Nadel. Aus solchen Platten lassen sich aber dekorative Schüsseln für Kekse oder Bonbons herstellen ^^

Vinylschüssel

Wie man sich clever eine Musik Bibliothek aufbaut

Zugegeben bei Musik gibt es so Meinungsreibereien. Ich bin ja jemand der gern für Musik die mir gefällt Geld ausgibt und dann CDs oder auch MP3 als Download kauft. Amazon und Bandcamp sind für mich da so die Besten Quellen und Medimops oder ZOverstocks als Gebraucht Händler sehr zuverlässige Quellen. Dagegen gibt es jetzt Meinungen wo es heißt: Ich höre Stream das ist kostenlos. Oder man bezahlt halt bei Diensten einen Premium Tarif. Kann man machen wie man will, spätestens beim nächsten Internet Wartungsfenster hat man nix mehr davon.

Deshalb finde ich es gut, dass sich manch ein Software Entwickler Gedanken macht und nützliche Software entwickelt. ich kenne es noch aus der Kindheit, da haben wir mit dem Finger auf dem Record-Button am Kassettenrecorder gehangen und die Hitparade aufgenommen. Das Urheberrecht sichert immer noch eine Privatkopie zu und das ist auch gut so. Wie oft höre ich einen Song im Net-Radio und kann den nirgends kaufen!

Damit ist jetzt Schluss

Jeder kann sich kostengünstig eine schöne Bibliothek seiner Lieblingsmusik aufbauen. Ich sage bewusst nicht kostenlos da ich einiges getestet habe und die komplett Kostenlosen Lösungen gehen heute nur noch bedingt gut.

2005 hatte ich Clipinc.fx von Tobit Software genutzt welches eine fantastische Welt eröffnete und clever genug war Moderation oder Jingles heraus zu schneiden und die einzelnen Tracks in einem Ordner abzulegen. Wenn ein Track öfter läuft speichert es automatisch die bessere und längere Version ab. Das geht aber nur gut bei Sendern die viel Musik spielen und wenig labern. Man sollte da wirklich gut überlegen bei welchem Stream man anfängt den Record-Button zu betätigen sonst hat man nur halbe Tracks – das macht auch keinen Spaß. ID3 Tags sollten auch vernünftig gesendet werden sonst sind die Tracks kryptisch und mit Hieroglyphen beschriftet.

Clipinc gibt es leider so nicht mehr. Die Software wurde Radio.fx getauft und wird bereits seit 2014 nicht mehr weiter entwickelt. Man kann sie noch downloaden und als BASIC Version nutzen. Da hat man leider nicht die ganze Welt der Internet Radios zur Verfügung – einige Sender werden nicht gefunden und man kann die Streamadresse auch selbst nicht irgendwo einpflegen. Die Neueste Version setzt auf einen Spotify Account (kostet also Geld)

Ich brauche da etwas anderes und ich habe auch etwas empfehlenswertes gefunden.

Es nennt sich Audials Radiotracker 2019 und funktioniert super. In der „Free/Demo“ Version kann man 25 Titel speichern. Wenn man sich für den Kauf entscheidet ist es eine Jahreslizenz – sie wird wahrscheinlich Ende 2020 ablaufen ohne dass ich die Software dann weiter nutzen kann. Es wird wohl jedes Jahr eine Neue Version herausgebracht was man sich dann wieder gern Bezahlen lassen möchte. Ausführlich werden die Services von Audials hier beschrieben. Allerdings lohnt sich das Geld ja mehr als genug wenn man überlegt wie viel man dann quasi an Musiktiteln auf der Platte ablegt. In 3 Tagen sind bei 4 simultanen Streams mit ähnlicher Musik über 800 Titel in 256kbit Soundqualität bereits gespeichert.

Kleiner Tweak Tipp: Man sollte dringend in den Optionen / Einstellungen die Optionen „Anzeige von Anwender Informationen“ alles weg haken sonst wird man beim Start der Software und beim Schließen und immer mal zwischendurch genervt man möge doch das Größere Produkt kaufen (◔_◔)

Das ist ein mehr als Fairer Preis obwohl man da wieder etwas meckern müsste dass ja die Künstler davon nix erhalten werden. Da aber Radio Sender via Lizenz auch Geld an Verwertungsgesellschaften zahlen müssen sehe ich das Problem eher als vernachlässigbar an und das Recht der Privatkopie im Vordergrund. Wie oft hört man Sätze wie „Kein Geld für Sowas“ aber dann leistet man sich Amazon Prime oder Netflix oder Spotify… dafür ist Geld da – aber hat man dann dort den Account gelöscht ist auch die Musik weg.

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