DIE ODYSSEE – meine Suche nach einem Neuen Phono Verstärker =0)

„Arbeit zieh Arbeit nach sich“ sagt man ja so. Das kann man auch darauf interpolieren wenn man sich neue Technik anschafft. Nachdem ich ja nun meine Musikanlage neu machen musste und ich mich auch für einen Neuen (alten) Plattenspieler mit Halbautomatik BJ 1980 entschieden hab, musste jetzt irgendwas noch kommen… klar wäre ja auch zu langweilig.

Der Vivanco PA111 ist mit dem Jaytec Plattenspieler abgewandert und ich bekam einen Profitec TC-400 vom Arbeitskollegen geschenkt, der ihn nicht gebrauchen kann. Zuerst schien alles toll, bis ich mal DJ Platten aus den 2000ern aufgelegt hatte und mir das Ohrenschmalz krieselte.

Als „Test“ habe ich dann einen PP500 mit Regler gekauft der gut funktioniert aber eindeutig zu leise ist. Zumindest waren hier keine Verzerrungen bei den „Spezialplatten“. Aber so kann ich mit dem Tascam nicht auspegeln, da fehlen so 20db.

Also hab ich mal die Hosen mit den tiefen Hosentaschen angezogen und habe einen Oehlbach 6060 Pro gekauft. PENG – Saubere Leistung kein verzerren – Wäre bei dem Preis aber auch ein Ding gewesen ^^

Und jetzt analysieren wir das ganze mal um dem Phono Voodoo auf die schliche zu kommen:

Ich nutze ein Ortofon Elektro System

Technische Daten

Ortofon Elektro Daten

Das TC 400 verzerrt wahrscheinlich deshalb, weil hier der Eingang schon zuviel Leistung abbekommt. Schauen wir mal ins Datenblatt:

TC 400 Daten

Damit wäre es also erklärt – dieser Vorverstärker funktioniert sicher bestens mit einem anderen Tonabnehmer System welches nicht über 3,3mV abgibt.

Aber warum ist dann der PP500 so leise. Was sagt hier das Datenblatt:

PP 500 Daten
PP 500 Anschlüsse Nachgearbeitet

Zumindest eine Höhere Eingangs Sensitivität. So ein bissl ist das ganze verwirrend aber ich übersetze es mal in Eingang okay but Verstärkungsleistung Scheisse.

Insgesamt ist der PP500 aber nicht schlecht aber man muss z.B. auch bedenken dass ein lackierter GND Anschluss nicht wirklich gut ist zum Potenzialausgleich. Da nach 3x Schraube drehen auch das Gewinde sich vertschüsste hab ich da nachgearbeitet – richtig schön isses nicht!

Auf Juhdjube gibt es ein Video welches ich sehr interessant fand. Da bastelt jemand den PP400 um, was in einer saubereren Dynamik Kurve und höherer Leistung endet. Aber ich hab ehrlich keine Lust den Lötkolben zu schwingen. Wahrscheinlich ist dieser Phono Verstärker gedacht als Line Wandler für einen Mixer ohne Phono Eingang oder Anlage mit Reciever. Für meine Zwecke taugt er leider nix.

….NUN!

Was kann nun der Oehlbach 6060 Pro was die anderen nicht können? Er hat Schalter xD

Oehlbach 6060 Daten

Auf jeden Fall eine vernünftige Verstärkung und er kann auf jeden Fall die 7,5mV vom MM System ab. Meine Problem-Testplatte kommt Sauber rüber ohne Verzerrungen. Aufnahmesignal ist sehr präsent. So wie ich das wollte.

Fazit: Ich will es nicht unbedingt als Bestätigung nehmen für das Sprichwort: „Wer billig kauft kauft zweimal“. Jeder Phono Preamp hat seine Daseinsberechtigung aber es gibt eben Konstellationen wo es nicht passt. Man kann natürlich auch bis zu 6000€ nur für einen Phono Vorverstärker ausgeben. Ich mach das nicht! Leider steht viel HIFI Voodoo in diversen Foren. Das ist mir dann doch etwas zu Schräg wenn über Nadel Auflagegewicht Optimierungen im Milligramm Bereich gefachsimpelt wird.

Man kann also nur den Tipp geben: Schaut euch die Technischen Daten eurer Systeme an und der Geräte die ihr kaufen wollt – manchmal hilft aber auch nur ausprobieren weiter.

Es gibt auch mittlerweile interessante Phono Verstärker mit Röhrentechnik für um die 100€ – damit kann man sicher auch glücklich werden wenn es denn passt. Nicht alle Rezensionen sind Hilfreich. Auf der Suche nach Daten und Erfahrungen zum PP500 z.B habe ich eine Rezension gelesen, die von dann so genannte „Phono Experten“ zerflückt wurde und der Rezensionsschreiber sich dann doch noch revidiert hat. Nur weil etwas Made in China ist, heisst es nicht, dass es nix Taugt!